Das Stinkt zum Himmel

Gesundheitsgefahren durch Formaldehyd von der Verwaltung unterschätzt

Der Bürgerinfoabend der Bürgerinitiative „kein Grubengaskraftwerk in Baerl" am Montag war ein voller Erfolg. Begrüßt wurden die rund 40 Teilnehmer von der Sprecherin Alexandra Erwig. In lockerer Atmosphäre informierte anschließend Thomas Balitzki-Schulze von der BI in gewohnt sachlicher und anschaulicher Weise über das von Mingas-Power geplante Kraftwerk in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung.

Fundierte Einwände hatte die BI bereits im Sommer 2009 im Rahmen des BImSch-Verfahrens vorgebracht. Im öffentlichen Erörterungstermin im September gaben auch die Träger öffentlicher Belange (TÖB) zahlreiche ablehnende Stellungnahmen ab. Noch ist völlig offen, wie die Vorhabenträgerin die gravierenden Mängel und Verbotstatbestände in den Anträgen abarbeitet. Eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf bezüglich der Teilgenehmigung Gewinnung steht auch noch aus.

Besonders interessiert zeigen sich die Baerler Bürger bei den Themen Formaldehyd-Belastungen, Lärm-Belästigungen und bisherige Stellungnahmen der Stadt Duisburg. Sie hinterfragten auch das unterschiedliche Engagement der politischen Parteien.

Die Bürger können nicht verstehen, dass sich die Stadtverwaltung Duisburg nicht stärker für die Belange der Anwohner einsetzt. Insbesondere die erheblichen Gesundheitsgefährdungen durch Formaldehyd brachte die Teilnehmer auf die Palme. Im Erörterungstermin im September 2009 hatte Projektleiter Dr. Wolfgang Konrad von Evonik Steag die Ergebnisse Ausbreitungsrechnung Formaldehyd vorgelegt.

Ergebnisse der Ausbreitungsrechnung Formaldehyd

Anhand dieser Karte zeigte Thomas Balitzki-Schulze erneut wie stark die Wohngebiete Baerl, Binsheim, Vierbaum, Orsoyerberg und Orsoy betroffen wären. Selbst Walsum würde durch das geplante Kraftwerk zusätzlich belastet.

In der lebhaften Diskussion wurde gefragt: „und was macht der grüne Umweltdezernent und Stadtdirektor Dr. Greulich dagegen?". Die Bürgerinitiative wurde aufgefordert in Ihrer Hartnäckigkeit gegenüber der Stadt Duisburg nicht nachzulassen.

Hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit wünschen sich die Bürger zukünftig eine größere Emotionalität. Bislang hat die BI eine sachlich fundiert Argumentation in der Kommunikation bevorzugt. „Wir werden die Fakten noch besser auf den Punkt bringen" sagte Thomas Balitzki-Schulze zu „ohne auf ein polemisches Bildzeitungsniveau abzusinken."

Eine rege Teilnahme an der nächsten Sitzung der Bezirksvertreter am Donnerstag den 25. März um 16.00 Uhr sagten die Bürger zu. Bei dieser Sitzung werden die Fragen der BI der erste Tagesordnungspunkt sein. Die Fragen und weitere Informationen werden regelmäßig auf der Website www.baerler.de veröffentlicht.

Die BI wird auch zukünftig regelmäßig über das geplante Grubengaskraftwerk per Newsletter, über die Website und bei weiteren Bürgerabenden informieren. Der nächste Bürgerinfoabend ist Ende April geplant.