Wir antworten auf Ihre Fragen:

Worum es uns geht?

Wir informieren alle Baerler Bürger offen und transparent über aktuelle Entwicklungen im Dorf.

Wo soll das Grubengaskraftwerk gebaut werden?

Mingas-Power GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von Evonik Industries und RWE Power, will mitten in Duisburg-Baerl eine Grubengasverwertungsanlage bauen, und zwar auf und hinter dem Grundstück Schulstraße 40. (Übersichtslageplan) Das wäre die erste Anlage in einem reinen Wohngebiet. In der Regel werden diese Anlagen auf Zechen- oder Industriegeländen errichtet.

Was ist geplant?

Mingas will auf dem Grundstück mittels einer Tiefenbohrung aus den stillgelegten Grubenräumen das Grubengas aus einer Tiefe von 650 Metern an die Oberfläche befördern. Von dort aus soll das Gas durch eine unterirdisch verlegte Rohrleitung in ein etwa 170 Meter entferntes Kraftwerk (Standort im Binsheiner Feld, zwischen Bendweg und dem kleinen Wäldchen) geleitet werden. Dort sollen damit vier große Dieselmotoren angetrieben werden. Dadurch werden dann aus dem Gas ein Drittel Strom und zwei Drittel (unbrauchbare) Abwärme (Temperatur von 448 Grad) erzeugt. Der Strom wird ins Netz geleitet, die Abwärme und die Abgase ohne eine ausreichend effektive Abgasreinigung geleitet.

Was sind die unmittelbaren Folgen für die Nachbarschaft?

Lärmbelästigung: Nicht ohne Grund stehen die bisher errichteten Anlagen auf reinen Industriegeländen. Denn die vier Dieselmotoren haben eine Leistung wie 200 Mittelklassewagen. Stellen Sie sich einen vollen Parkplatz vor einem Supermarkt vor und alle Motoren laufen gleichzeitig – mit Vollgas! Bislang ist der geplante Schallschutz völlig unzureichend. Mingas will das Kraftwerk an drei Seiten einfach mit gewöhnlichen Containern umstellen, in Richtung Binsheimer Feld und nach oben soll der Lärm ungehindert entweichen können. Bei Nord-Ostwind werden nicht nur die direkten Anwohner von dem Lärm belästigt. Siehe Beispiel A 42: der Krach der Autos ist in ganz Baerl zu hören, wenn der Wind ungünstig steht.
Aber auch wenn die Anlage komplett schallisoliert würde, wäre immer noch ein tieffrequenter Brummton zu hören oder sogar zu spüren. Die Anwohner werden folglich jeden Tag 24 Stunden am Stück mit Lärm belästigt, da die Motoren rund um die Uhr laufen werden – auch am Wochenende. 10, 15, 20 Jahre lang oder vielleicht auch noch länger, je nachdem wie lange das Gas reicht.

Verlust an Lebensqualität: Der ständige Lärm und die Vibrationen bedeuten einen extremen Verlust der Lebensqualität. Ganz abgesehen von der Veränderung der Umgebung.

Gesundheitliche Folgen: Diese sind sehr wahrscheinlich. Es gibt mittlerweile zahlreiche Untersuchungen, die bestätigen, dass Menschen die einer ständigen Lärmbelästigung ausgesetzt sind unter diversen gesundheitlichen Störungen leiden. Dazu gehören Schlafstörungen und dadurch bedingt Herz-Kreislaufstörungen, Unruhezustände, Konzentrationsstörungen (vor allem bei Kindern) und psychische Probleme.

Wertminderung: Die Häuser, insbesondere die Grundstücke, werden nach dem Bau der Anlage extrem an Wert verlieren – nicht nur in der unmittelbaren, sondern auch in der mittelbaren Umgebung. Wer kauft schon ein Grundstück neben bzw. in der Nähe einer Industrieanlage?

Was sind die Folgen fürs ganze Dorf?

Der Naherholungswert der ganzen Region wird gemindert. Denn die dörfliche Idylle, die den Charme von Baerl ausmacht, bekommt einen erheblichen Kratzer: Man würde mitten von der Hauptverkehrsstraße des Ortes – sprich jeder fährt oder geht regelmäßig daran vorbei – auf eine Grubengasanlage (Anm.: die Tiefbohrung ist für die Dauer der Bohrung gut sichtbar, die Kraftwerksanlage später nur von der Strasse nach Orsoy oder von einigen nördlicher gelegenen Gartengrundstücke sowie dem Bendweg und dem Kirchturm) gucken. Bislang war jeder Baerler doch froh darüber, dass der Rhein eine natürliche Grenze zwischen dem Industriestandort Duisburg und dem ländlichen Baerl bildet. Das wäre vorbei!
Und auch das Binsheimer Feld, das viele Baerler für Spaziergänge, als Jogging-Strecke und als Ausgangspunkt für Radtouren nutzen, verliert an Attraktivität. Wer will schon neben einem Gaskraftwerk spazieren gehen?
Ist erstmal eine Industrieanlage in einem Wohngebiet genehmigt worden, so ist der einmalige Charakter und Schutz des Wohngebietes verloren und weitere Industrieansiedlungen können erfolgen. Was kommt dann als nächstes? Eine Vergrößerung der Anlage?

Ist diese Anlage ökologisch sinnvoll?

Vorweg geschickt sei, dass die Stromgewinnung durch Grubengas vom ökologischen Standpunkt sinnvoll ist. Denn das Methan-Gas CH4 (Grubengas) – es ist noch schädlicher als CO2 – gelangt dadurch nicht unkontrolliert in die Atmosphäre, sondern wird zu Strom verarbeitet. Allerdings liegt der Wirkungsgrad bei der geplanten Anlage bei nur 34%. Der Rest der Energie heizt mit 448 Grad heißen Abgasen die Atmosphäre auf, weil keine Wärme-Kraft-Kopplung vorgesehen ist. Doch rechnet sich diese Form der Stromgewinnung? Ja, aber nur, weil die Energiegewinnung von jedem einzelnen privaten Stromverbraucher durch die EEG-Abgabe über die Stromrechnung bezahlt wird. Damit soll der Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energien gefördert werden (bspw. Windkraft oder Solarenergie). Das Grubengas ist aber ganz normales Methan-Gas und überhaupt nicht „erneuerbar“. Es handelt sich übrigens um ein belastendes  Überbleibsel des Bergbaus.
Folglich tragen wir hier in Baerl sogar auch noch die Kosten der Stromgewinnung mit: durch unsere Stromrechnung (Stromlieferant arbeitet nach Umlageprinzip und gibt die Abgabe als Förderung weiter an den jeweiligen Erzeuger von erneuerbaren Energien als Zuschuss).

Wie ist der Stand der Dinge?

Das Genehmigungsverfahren für die Grubengas-Verwertungsanlage nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz mit Öffentlichkeitsbeteiligung läuft. Die Einwendungen (78 Seiten) der Bürgerinitiative sind fristgerecht eingereicht worden. Ein Erörterungstermin mit allen Einwendern hat am 23.9. - 24.9.2009 stattgefunden. Die fundierten Einwendungen der BI haben dazu geführt, dass der BImSchG Antrag neu gestellt werden muss. Gegen die Genehmigung für den Hauptbetriebsplan Gewinnung ist Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht worden. Der mündliche Erörterungstermin findet voraussichtlich Ende September 2010 statt.

Was können Sie tun?

Jeder Baerler sollte bei der Bezirksregierung eine Bauzustandsaufnahme beantragen, um spätere Schäden an seiner Immobilie durch die Tiefenbohrung auch beweisen zu können. Ein Musterschreiben an die Bezirksregierung Arnsberg erhalten Sie hier.

Zudem ist die Initiative auf Spenden angewiesen, denn wir werden mit Hilfe von juristischen und fachlichen Experten die Genehmigungs- und Planungsunterlagen von Mingas-Power überprüfen und fundierten Einspruch einlegen. Jeder Beitrag ist willkommen und benötigt!

Stichwort: kein Grubengaskraftwerk

Konto-Nr.: 1206147012 bei der Volksbank Niederrhein eG (BLZ 35461106)


Außerdem können wir die Hilfe jedes Einzelnen gebrauchen: Es wird in den kommenden Wochen und Monaten Kundgebungen geben, denn wir wollen den großen Industriekonzernen zeigen, dass sie nicht einfach über unsere Köpfe hinweg unsere Nachbarschaft, unser ganzes Dorf verschandeln können. Seien Sie dabei an unserer Seite. Aktuelle Termine werden Sie in der Zeitung und auf dieser Seite unter „Termine“ finden. Zudem werden wir Unterschriften sammeln und hoffen auch hier auf Ihre Unterstützung. Sie können uns auch gerne telefonisch erreichen: 02841-8834260

 

Monatlich wird im Rahmen eines Bürgerinfoabends über den aktuellen Stand des Vorhabens berichtet. Aktuelle Termine werden Sie in der Zeitung und auf dieser Website finden.

Es geht um unser gemeinsames Dorf und unsere Lebensqualität.

Wir lassen es uns nicht verschandeln!